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Это учебная запись с историческими данными. Статистика, прогнозы и описание общественной ситуации относятся ко времени исходного материала, а не к сегодняшнему дню.
Немецкий текст
Junge Menschen in Deutschland lernen in der Schule manches. Wie die Wirtschafts- und Finanzwelt funktioniert, findet sich in den Lehrplänen allerdings kaum wieder. Mithilfe externer Experten soll sich das ändern.
Woher kommt das Geld, das meine Eltern verdienen? Kann ich einfach zur Bank gehen und einen Kredit beantragen, wenn ich pleite bin? Wenn ich die Schule abgeschlossen habe und eigenes Geld verdiene, ist dann das Brutto vom Lohn auch das Netto? Und überhaupt: Wie funktioniert Wirtschaft? Jede Menge Fragen, die junge Menschen in deutschen Schulen selten beantwortet bekommen. Im Jahr 2015 rückte das Thema ins öffentliche Interesse, als eine 17-jährige Schülerin über den Nachrichtendienst Twitter verbreitete, sie könne zwar eine Analyse in vier verschiedenen Sprachen verfassen, von Steuern oder Versicherungen habe sie aber keine Ahnung. Nach Ansicht von Ewald Mittelstädt, Professor für Betriebswirtschaftslehre und Entrepreneurship Education an der FH Südwestfalen, ist das Schulsystem in Deutschland mit Schuld daran, dass junge Menschen kaum etwas über Wirtschaft und Finanzen wissen:
„Oft sehen das die Bildungspläne nicht ausreichend vor. Und das deutsche Schulwesen ist eben in Fächern organisiert. Und wenn man kein Fach hat, dann hat man keine ausgebildeten Fachlehrer, dann hat man keine Ausbildung an Universitäten. Dann wird keine Forschung darüber betrieben. Das ist oft die Ursache. Jetzt sind wir eher da dran, dass ökonomische Bildung mehr wieder Einzug hält in die Schule.“
Anders als etwa Fächer wie Deutsch, Englisch oder Mathematik ist Wirtschaft in deutschen Schulen kein Pflichtfach. Die Bildungspläne sehen das Fach nicht vor. Allerdings stellte die Kultusministerkonferenz – ein länderübergreifendes Gremium, das unter anderem für die Bildung an Schulen und Hochschulen zuständig ist – im Jahr 2008 in einem Bericht fest, dass die ökonomische Bildung „zum Bildungsauftrag der allgemeinbildenden Schulen in der Bundesrepublik Deutschland“ gehört. Das „Lernfeld Wirtschaft“ sei, so heißt es, „in den Schulen fest verankert und werde in verschiedenen Formen in schulische Lehr- und Lernprozesse einbezogen“. In manchen Schulen ist dies auch der Fall. Dort sind sogenannte Wirtschafts- und Finanzcoaches, also Berater, im Einsatz. Diese Unterstützung durch externe Fachkräfte ist für eine Lehrerin wie Petra, die an einer Gesamtschule in der Nähe von Offenbach in Hessen unterrichtet, sehr hilfreich:
„Ich find halt, Schule soll so Vieles jetzt können: Wir sollen erziehen. Wir sollen Fachunterricht machen, wir sollen bitte aufs Leben vorbereiten, wir sollen für die Firmen vorbereiten. Ja wie denn? Irgendwo ist auch ‘n Studium mal zu Ende. Und warum hole ich mir dann nicht die Experten rein. Ich bin ja dabei. Wenn mir was nicht gefallen würde, kann ich ja sofort reagieren. Und die Kinder haben definitiv ‘n Mehrgewinn.“
Die Lehrerin beklagt, dass von Lehrkräften immer mehr erwartet wird: dass sie sich neben dem reinen Fachunterricht auch noch um die persönliche Ausbildung ihrer Schülerinnen und Schüler kümmern, sie aufs Leben vorbereiten sollen und ihnen auch noch – fachfremd – Kenntnisse über die Welt der Wirtschaft und der Finanzen vermitteln sollen. Da ist es ihrer Meinung nach besser, sich Fachleute reinzuholen, sie zu engagieren. Vor allem, weil die Schülerinnen und Schüler ganz bestimmt, definitiv, mehr lernen, einen Mehrgewinn haben. Und was halten diese von dem Angebot?
„Ja, also ich find es schon gut, dass wir so was in der Schule machen, damit wir auch irgendwie besser fürs Leben vorbereitet werden. / Also, ich find, so ‘n bisschen Gedanken über das Leben sollte man schon sich machen, aber jetzt nicht so jeden Tag so: ‚Was möchte ich werden? Was möchte ich alles ausgeben?‘ Aber so ‘n bisschen im Hinterkopf sollte man das schon alles behalten. / Ich versuche, gute Noten zu haben, dass ich dann nachher studieren kann und dass ich dann mit dem Geld, das ich verdiene, ein Haus und ein Auto kaufen kann.“
Die Notwendigkeit, über die Welt der Wirtschaft und Finanzen Bescheid zu wissen, sehen alle drei. So können die Kenntnisse aus dem Schulunterricht etwa bei Kaufentscheidungen wichtig sein, man denkt daran, behält sie im Hinterkopf. Externe aus der Wirtschaft genießen nach Ansicht von Versicherungsfachfrau Bettina wegen ihrer praktischen Erfahrung eine besondere Glaubwürdigkeit. Bettina, die hauptberuflich Versicherungen verkauft, ist seit 2012 ehrenamtlich als Wirtschaftslehrerin tätig. Sie entschied sich damals aus einem bestimmten Grund dafür, ihr Wissen an Schülerinnen und Schüler weiterzugeben:
„Der Ursprung war, dass sich sehr viele junge Menschen heutzutage verschulden, bevor sie überhaupt eigentlich fähig wären, sich zu verschulden – über Handyverträge und solche Sachen. Und dass man’s vermeiden will und ihnen einfach ‘n bisschen an die Hand mitgeben [will], wie sieht das echte Leben aus.“
Jungen Menschen Wirtschaftskenntnisse nicht aus Lehrbüchern, sondern anhand praktischer Beispiele zu vermitteln, ihnen zu zeigen, wie das wahre, echte, Leben aussieht: Das war für Bettina ausschlaggebend für ihre Entscheidung, jungen Leuten nützliches Wissen zur Verfügung zu stellen, es ihnen mitzugeben beziehungsweise an die Hand zu geben. Auch Professor Ewald Mittelstädt sucht sich bei der Vermittlung wirtschaftlichen Denkens und Handelns praktische Beispiele aus dem Alltag:
„Wie entstehen denn Preise? Warum bezahlen wir für etwas? Warum ist das Gehalt eines Fußballspielers so unglaublich hoch? Woran liegt das denn? Und dann kann man anfangen, die Phänomene dahinter zu erklären – und dann interessieren sich auch Schüler dafür.“
Professor Mittelstädt geht es nicht darum, junge Menschen darin zu schulen, wie sie am besten Geld vermehren. Seine Zielrichtung ist eine andere:
„Es geht eher darum, eben den ökonomischen Bereich unseres Lebens entschlüsseln zu können und damit umgehen zu können, gerade damit vielleicht Geld nicht so ‘ne wichtige Rolle spielen muss da drin. Und eben auch die Persönlichkeitsentwicklung zu betreiben.“
Vom Allgemeinen zum Besonderen: Professor Mittelstädt vermittelt anhand konkreter Beispiele aus der Lebenswelt, wie die Welt der Wirtschaft und Finanzen funktioniert. Er versucht, die Phänomene dahinter zu erklären. Er will diesen Lebensbereich entschlüsseln, so wie man eine verschlossene Tür mit einem Schlüssel öffnet. Seiner Meinung nach hat der Einsatz externer Fachkräfte in Schulen das Bewusstsein für die Bedeutung eines eigenständigen Faches Wirtschaft gestärkt:
„Man sieht ja auch in Baden-Württemberg wurde das Schulfach Wirtschaft jetzt eingeführt, sehr flächendeckend über alle Schulformen hinweg. Und das verankert natürlich dieses Thema sehr nachhaltig.“
Als erstes Bundesland führte Baden-Württemberg zum Schuljahr 2016/2017 das Fach „Wirtschaft und Berufsorientierung“ als Pflichtschulfach an allen Schulen, flächendeckend, ein. Es wird ab der siebten Klasse und in Gymnasien ab der achten Klasse unterrichtet. Damit ist es dauerhaft, nachhaltig, im Lehrplan der Schulen festgeschrieben, verankert – mit den entsprechenden Auswirkungen auch für die Lehrkörper, so Ewald Mittelstädt:
„Das ist jetzt die positive Spirale. Es gibt ein Fach, es wird Weiterbildung geben. Es gibt eine grundständige Ausbildung für Lehrer. Und natürlich passiert das nicht alles in einem Schuljahr, aber nach und nach wird es immer besser.“
Ob Kinder und Jugendliche zu angepassten oder zu kritischen Konsumenten erzogen werden, hängt am Ende aber wohl doch davon ab, was Eltern und Schule ihnen sonst noch so auf ihren Lebensweg mitgeben.
©dw
Русский перевод
В немецких школах молодые люди многому учатся. Но тому, как устроены экономика и финансы, в учебных программах почти не уделяется внимания. Исправить это должны приглашённые специалисты.
Откуда берутся деньги, которые зарабатывают мои родители? Могу ли я просто прийти в банк и попросить кредит, если остался без денег? Когда я окончу школу и начну зарабатывать, будет ли начисленная зарплата равна сумме на руки? И вообще, как работает экономика? На такие вопросы школьники в Германии редко получают ответы. В 2015 году тема привлекла общественное внимание после сообщения 17-летней школьницы в Twitter: она умеет писать аналитические работы на четырёх языках, но ничего не понимает в налогах и страховании. Эвальд Миттельштадт, профессор экономики предприятия и преподавания предпринимательства в Университете прикладных наук Южной Вестфалии, считает, что школьная система отчасти виновата в недостаточных знаниях молодых людей об экономике и финансах:
«В учебных планах этому часто уделяют недостаточно внимания. Немецкая школа организована по предметам. Если отдельного предмета нет, то нет и специально подготовленных преподавателей, нет соответствующей подготовки в университетах и исследований в этой области. Часто причина именно в этом. Сейчас мы стараемся вернуть экономическому образованию больше места в школе».
В отличие от немецкого, английского или математики, экономика в немецких школах не является обязательным предметом: учебные планы её не предусматривают. Однако в докладе 2008 года Конференция министров образования и культуры земель — орган, который координирует, в частности, вопросы школьного и высшего образования, — отметила, что экономическое образование входит в задачи общеобразовательных школ Германии. В докладе говорится, что изучение экономики прочно закрепилось в школах и в разных формах включается в учебный процесс. В некоторых школах это действительно так: там работают приглашённые консультанты по экономике и финансам. Для Петры, учительницы объединённой школы недалеко от Оффенбаха в Гессене, такая помощь очень полезна:
«По-моему, от школы сейчас требуют очень многого: мы должны воспитывать, преподавать предметы, готовить к жизни и к работе в компаниях. Но как? Университетская подготовка тоже имеет свои границы. Почему бы не пригласить экспертов? Я ведь присутствую на уроке. Если что-то мне не понравится, я сразу могу вмешаться. А дети определённо получают дополнительные знания».
Учительница сетует, что от педагогов ждут всё большего: помимо преподавания своего предмета, они должны заниматься личностным развитием учеников, готовить их к жизни и давать знания об экономике и финансах, хотя это не их специальность. По её мнению, лучше пригласить специалистов. Тем более что школьники совершенно точно узнают больше — получают дополнительную пользу. А как сами ученики относятся к таким занятиям?
«Мне нравится, что мы занимаемся этим в школе: так мы лучше подготовимся к жизни. / Думаю, о будущем стоит немного задумываться. Но не обязательно каждый день спрашивать себя: кем я хочу стать, на что хочу тратить деньги? Всё же держать эти вопросы в уме полезно. / Я стараюсь получать хорошие оценки, чтобы потом поступить в вуз и на заработанные деньги купить дом и машину».
Все трое понимают, зачем нужно разбираться в экономике и финансах. Школьные знания могут пригодиться, например, при выборе покупок: человек помнит о них и учитывает их. По мнению специалиста по страхованию Беттины, приглашённым представителям бизнеса особенно доверяют благодаря их практическому опыту. Продажа страховок — её основная работа, а с 2012 года она на добровольных началах преподаёт экономику. Передавать свои знания школьникам она решила по конкретной причине:
«Причина была в том, что сегодня очень многие молодые люди влезают в долги ещё до того, как по-настоящему способны брать на себя такие обязательства: например, заключают договоры на мобильную связь. Хочется предотвратить это и дать им некоторое представление о том, как устроена реальная жизнь».
Показывать молодым людям экономику не по учебникам, а на практических примерах из реальной жизни — именно это побудило Беттину делиться с ними полезными знаниями. Профессор Эвальд Миттельштадт тоже использует повседневные примеры, когда объясняет экономическое мышление и поведение:
«Как возникают цены? Почему мы за что-то платим? Почему футболист получает такую высокую зарплату? В чём причина? С этих вопросов можно начать объяснение стоящих за ними явлений — и тогда школьникам становится интересно».
Миттельштадт не стремится научить молодых людей как можно выгоднее приумножать деньги. У него другая цель:
«Скорее речь о том, чтобы разобраться в экономической стороне нашей жизни и научиться с ней справляться — возможно, как раз для того, чтобы деньги не играли в ней столь важной роли. И ещё о личностном развитии».
От общего к частному: на конкретных примерах из повседневной жизни профессор объясняет, как устроены экономика и финансы и какие механизмы стоят за знакомыми явлениями. Он стремится сделать эту сферу понятной — словно открывает ключом запертую дверь. По его мнению, участие приглашённых специалистов помогло осознать важность экономики как самостоятельного школьного предмета:
«В Баден-Вюртемберге уже ввели экономику как школьный предмет — широко, в школах разных типов. Конечно, это надолго закрепляет внимание к теме».
Баден-Вюртемберг стал первой федеральной землёй, которая в 2016/2017 учебном году повсеместно ввела обязательный предмет «Экономика и профессиональная ориентация». Его преподают с седьмого класса, а в гимназиях — с восьмого. Таким образом, предмет надолго закрепился в школьных программах. По словам Эвальда Миттельштадта, это влияет и на подготовку преподавателей:
«Теперь запускается положительная цепная реакция. Есть предмет — появится повышение квалификации. Есть базовая подготовка учителей. Конечно, всё это происходит не за один учебный год, но постепенно ситуация улучшается».
Но то, какими потребителями вырастут дети и подростки — подстраивающимися под существующие правила или умеющими мыслить критически, — в конечном счёте зависит и от того, какие ещё знания и ценности передают им родители и школа.
Практика после прослушивания
Сопоставьте доводы Петры, Беттины и профессора Миттельштадта. Запишите, зачем, по их мнению, школьникам экономические знания.
